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        <tei:title type="main">Antipädagogik als Krisensymptom.</tei:title>
        <tei:title type="sub">Zur Rezeption radikaler Erziehungskritik in der Erziehungswissenschaft
        der 1970er und 1980er Jahre</tei:title>
        <tei:author>
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            <tei:forename>Selma</tei:forename>
            <tei:surname>Haupt</tei:surname>
          </tei:name>
          <tei:affiliation>
            <tei:orgName>Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen</tei:orgName>
          </tei:affiliation>
          <tei:email>s.haupt@katho-nrw.de</tei:email>
        </tei:author>
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      <tei:publicationStmt>
        <tei:publisher>BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des
        DIPF</tei:publisher>
        <tei:date>2022</tei:date>
        <tei:availability>
          <tei:licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/">
            <tei:p>For this publication a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 4.0 International  license has
            been granted by the author(s) who retain full copyright.</tei:p>
          </tei:licence>
        </tei:availability>
        <tei:idno type="DOI">10.25658/51bk-az65</tei:idno>
      </tei:publicationStmt>
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        <tei:title>Jahrbuch für Historische Bildungsforschung</tei:title>
        <tei:biblScope unit="volume">28</tei:biblScope>
      </tei:seriesStmt>
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        <tei:p>Jahrbuch Historische Bildungsforschung, Band 28, 2022.</tei:p>
      </tei:sourceDesc>
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        <tei:p>Die Gründung des Jahrbuchs für Historische Bildungsforschung wurde im Mai 1991 auf der Jahrestagung
          der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), der 
          Vorgängerin der Sektion Historische Bildungsforschung, beschlossen. Veröffentlicht werden Beiträge aus
          dem Gesamtgebiet der Historischen Bildungsforschung, wobei vor allem auch die Nachbardisziplinen zur    
          Mitarbeit eingeladen sind. Historische Bildungsforschung wird hier als              
          interdisziplinäres Feld verstanden, in das Fragestellungen der Erziehungs-, Geschichts- und    
          Literaturwissenschaft ebenso Eingang finden wie die historische Anthropologie, historische       
          Berufsbildungsforschung oder die Geschichte der Medien, der Geschlechter, der Kindheit und der Jugend.</tei:p> 
        <tei:p>Das Jahrbuch für Historische Bildungsforschung wird von der Sektion Historische Bildungsforschung in          
          Verbindung mit der BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF | Leibniz-Institut für           
          Bildungsforschung und Bildungsinformation herausgegeben. Den Kreis der Herausgeber:innen bilden 15      
          Wissenschaftler:innen, die die inhaltliche Breite der Teildisziplin          
          verkörpern. Sie wählen eine:n Sprecher:in und bestimmen in jedem Jahr die     
          Schwerpunktthemen der kommenden Bände, die jeweils von einer kleinen Redaktionsgruppe betreut   
          werden. Daneben gibt es Raum für themenungebundene Abhandlungen, Diskussionen sowie für die      
          Publikation ausgewählter Quellen mit Kommentierung. Seine zunehmende Verbreitung in europäischen  
          wissenschaftlichen Bibliotheken und die steigenden Zahl englischsprachiger Beiträge sind Ausdruck    
          wachsender Internationalität des Jahrbuchs für Historische Bildungsforschung. Alle Einreichungen werden  
          in einem Peer-Review-Verfahren begutachtet.</tei:p>
        <tei:p>Die Verbreitung digitaler Angebote und Ressourcen ist in den letzten Jahren in den Geisteswissenschaften  
          deutlich angestiegen und auch in der Historischen Bildungsforschung spielen Verfahren der Digital           
          Humanities eine immer wichtigere Rolle. Das Jahrbuch erscheint daher, ermöglicht durch eine DFG-Förderung in   
          dem Projekt <tei:title><tei:ref target="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/463078084" type="crossref">Transformation    
            des Jahrbuchs für Historische Bildungsforschung (JHB) in ein hybrid – print &amp; online – erscheinendes Open Access  
            Journal</tei:ref></tei:title>, als Open-Access Journal mit erweiterter Funktionalität neben der Printausgabe.</tei:p> 
        <tei:p rend="breadcrumbfix"/>
      </tei:projectDesc>
    </tei:encodingDesc>
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        <tei:language ident="de">de</tei:language>
      </tei:langUsage>
      <tei:textClass>
        <tei:keywords xml:lang="de">
          <tei:term>Antipädagogik</tei:term>
          <tei:term>Kindeswohl</tei:term>
          <tei:term>erziehungswissenschaftliche Rezeption</tei:term>
          <tei:term>Disziplingeschichte</tei:term>
          <tei:term>radikale Erziehungskritik</tei:term>
        </tei:keywords>
        <tei:keywords xml:lang="en">
          <tei:term>antipedagogy</tei:term>
          <tei:term>child welfare</tei:term>
          <tei:term>educational science reception</tei:term>
          <tei:term>history of the discipline</tei:term>
          <tei:term>radical criticism of education</tei:term>
        </tei:keywords>
      </tei:textClass>
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  <tei:text>
    <tei:front>
      <tei:div type="abstract" xml:lang="de">
        <tei:p>An der erziehungswissenschaftlichen Rezeption der Antipädagogik wird aus einer
        wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive aufgezeigt, inwiefern die Antipädagogik als
        radikale Erziehungskritik Symptom eines verunsicherten Erziehungsbegriffs war. Dabei wird
        deutlich, dass die Erziehungswissenschaft in der Auseinandersetzung mit der Antipädagogik
        ihren einheimischen Begriff verteidigt und gleichzeitig in dieser Rezeption eine
        Leerstelle bezüglich des Schutzes von Kindern auch vor nicht-erziehenden Erwachsenen zu
        verzeichnen ist.</tei:p>
      </tei:div>
      <tei:div type="abstract" xml:lang="en">
        <tei:p>In the reception of antipedagogy in educational science, it is shown from a
        perspective of the history of science to what extent antipedagogy as a radical critique of
        education was a symptom of an insecure concept of education. In the analysis, it becomes
        clear that educational science defends its native concept in the debate with antipedagogy
        and that at the same time there is a gap in this reception with regard to the protection
        of children from non-educating adults.</tei:p>
      </tei:div>
    </tei:front>
    <tei:body>
      <tei:div xml:id="s1">
	<tei:pb n="133"/>
        <tei:head>Zur Relevanz und Rezeption der Antipädagogik</tei:head>
        <tei:p n="1">1975 veröffentlichte Ekkehard von Braunmühl ein Buch, dessen Titel im Anschluss als
          Oberbegriff einer pädagogischen <tei:quote source="#quoteref000">Bewegung</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn1" n="1"><tei:p><tei:ref xml:id="quoteref000" target="#Paffrath1989" type="bibl">Paffrath 1989,
        S. 284</tei:ref>.</tei:p></tei:note> dienen sollte:
        <tei:soCalled>Antipädagogik</tei:soCalled>. Unter dieser Bezeichnung formulierten
        Braunmühl und andere in den folgenden<tei:pb n="134"/> Jahren öffentlichkeitswirksam insbesondere die
        Forderung, Erziehung abzuschaffen, da <tei:q>jeder erzieherische
          Akt als ‚kleine[r] Mord‘ zu qualifizieren</tei:q>
        <tei:note xml:id="ftn2" n="2"><tei:p>Ausdrücklich möchte ich mich für
        die sehr differenzierten und ausführlichen Gutachten zur ersten Fassung dieses Textes
        bedanken, welche mir eine präzise Überarbeitung des Artikels ermöglichten. Zudem gilt
        mein großer Dank Christian Timo Zenke für seine sehr hilfreichen Rückmeldungen zu
        diesem Text. Mein Dank gilt ebenfalls den Herausgeber:innen, deren Hinweise für mich
        bei der Verfassung des Textes sehr nützlich waren.</tei:p></tei:note> sei.</tei:p>
        <tei:p n="2">Während die Antipädagogen<tei:note xml:id="ftn3" n="3"><tei:p>Der
        Begriff Antipädagogik taucht zunächst als Möglichkeit im Kontext der Antipsychiatrie
        auf (vgl. <tei:ref target="#Kupffer1974" type="bibl">Kupffer 1974, S. 591</tei:ref>). Kupffer lehnt hier
        Erziehung nicht grundsätzlich ab, sondern kritisiert die institutionalisierte
        Erziehung. Von den öffentlich wirkenden Antipädagogen Braunmühl und Schoenebeck – die
        hier als die Antipädagogen gefasst werden – wird dieser Bezug zur Antipsychiatrie
        nicht hergestellt.</tei:p></tei:note> durch Vorträge, Diskussionsrunden, Artikel in
        der Tagespresse und Rundfunkbeiträge einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden<tei:note xml:id="ftn4" n="4"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Behrens1980">Behrens/Förstermann 1980, S. 41</tei:ref>; <tei:ref target="#Behrens1980" type="bibl">Klemm 2015, S.
        7</tei:ref>.</tei:p></tei:note>, stellte auch die Erziehungswissenschaft fest, dass
        sie <tei:quote source="#quoteref004">kein Papiertiger, sondern eine reale
        gesellschaftliche Erscheinung [sei], die zunehmend mehr Anhänger</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn5" n="5"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref004">Lehmann/Oelkers, S. 5</tei:ref>.</tei:p></tei:note> finde. Vor allem
        Praktiker:innen schienen die antipädagogischen Einwürfe attraktiv. So hält Zimmermann 1984
        fest:
        <tei:quote source="#quoteref003">Seit einiger Zeit ist die Tendenz sichtbar, daß immer mehr
        daran [an die Antipädagogik, S.H.] glauben: Pädagogik-Studenten bilden
        Arbeitsgemeinschaften zum Thema ‚Antipädagogik für die Praxis‘; Lehrer und Erzieher
        verfallen der Idee, daß die Welt nur noch durch die Abschaffung der Erziehung zu retten
        sei.</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn6" n="6"><tei:p><tei:ref target="#Zimmermann1984" type="bibl" xml:id="quoteref003">Zimmermann
        1984, S. 65</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
        </tei:p>
        <tei:p n="3">Erlangte die Antipädagogik auch nie eine so breite öffentliche Resonanz wie die
        antiautoritäre Erziehung<tei:note xml:id="ftn7" n="7"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref006">Paffrath 1989, S. 283</tei:ref>.</tei:p></tei:note>, so sahen sich
        die Erziehungswissenschaftler:innen aufgrund des radikalen Angriffs auf Erziehung und
        Pädagogik doch dazu gezwungen, sich mit derselben zu befassen.<tei:note xml:id="ftn8" n="8"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Hoffmann-Ocon2018" type="bibl" xml:id="quoteref007">Hoffmann-Ocon/Criblez 2018, S.
        16</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Antipädagogik wurde in der
        erziehungswissenschaftlichen Rezeption als Symptom einer <tei:quote source="#quoteref008">grundlegenden Krise des Erziehungsdenkens und -handelns</tei:quote><tei:note xml:id="ftn9" n="9"><tei:p><tei:ref target="#Pongratz2010" type="bibl" xml:id="quoteref008">Pongratz 2010, S.
        135</tei:ref>; ähnlich <tei:ref target="#Mutschler1986" type="bibl">Mutschler 1986, S.
          148</tei:ref>.</tei:p></tei:note> verstanden, als <tei:quote source="#quoteref010">die
        wohl schärfste Kritik […] am Ansatz herkömmlicher Erziehung</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn10" n="10"><tei:p><tei:ref target="#Hinte1980" type="bibl" xml:id="quoteref010">Hinte 1980,
          S. 88</tei:ref>.</tei:p></tei:note>, als <tei:quote source="#quoteref011">
        Entlegitimierungskampagne von Erziehung</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn11" n="11"><tei:p><tei:ref target="#Klemm2003" type="bibl" xml:id="quoteref011">Klemm 2003,
          S. 63</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und dabei als <tei:quote source="#quoteref012">Frontalangriff</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn12" n="12"><tei:p><tei:ref target="#Gössling1997" type="bibl" xml:id="quoteref012">Gössling
        1997, S. 320</tei:ref>.</tei:p></tei:note> auf dieselbe. </tei:p>
        <tei:p n="4">Gegenstand des vorliegenden Beitrags ist es, diese erziehungswissenschaftliche
          Rezeption zu analysieren. Sie wird unter der Perspektive einer <tei:quote source="#quoteref013">wissensgeschichtlich orientierte[n]
        Wissenschaftsgeschichte</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn13" n="13"><tei:p><tei:ref target="#Casale2016" type="bibl" xml:id="quoteref013">Casale 2016,
        S. 47</tei:ref>.</tei:p></tei:note> der Erziehungswissenschaft<tei:pb n="135"/> untersucht, in der
          die <tei:quote source="#quoteref014">Genese ihrer Begrifflichkeiten und
        Argumentationen</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn14" n="14"><tei:p><tei:ref target="#Casale2016" type="bibl" xml:id="quoteref014"> </tei:ref>Ebd.</tei:p></tei:note> vor dem Hintergrund gesellschaftlicher
        Veränderungen betrachtet werden.<tei:note xml:id="ftn15" n="15"><tei:p>
        Vgl. <tei:ref target="#Skinner2009" type="bibl" xml:id="quoteref015">Skinner 2009, S. 58ff.</tei:ref>
        </tei:p></tei:note> Gerade der der Erziehungswissenschaft einheimische und von den
        Antipädagogen als abzuschaffend betrachtete Erziehungsbegriff wird dabei
        begriffsgeschichtlich als <tei:quote source="#quoteref016">Kristallisationskern</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn16" n="16"><tei:p><tei:ref target="#Linke2003" type="bibl" xml:id="quoteref016">Linke 2003,
        S. 40</tei:ref>.</tei:p></tei:note> verstanden, an dem sich die
        erziehungswissenschaftliche Rezeption der Antipädagogik analytisch verdichten lässt. Der
        Erziehungsbegriff kann somit gleichzeitig als Indikator und Faktor in der
        erziehungswissenschaftlichen Rezeption der Antipädagogik verstanden werden, in dem er die
        historisch geprägte Rezeption aufzeigt und diese gleichzeitig mitbestimmt.<tei:note xml:id="ftn17" n="17"><tei:p><tei:ref target="#Koselleck1972" type="bibl">Koselleck 1972, S.
        XIV</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Es wird die These vertreten, dass in der Rezeption
        der Antipädagogik mit der Verteidigung des Erziehungsbegriffs auch dem verunsicherten
        Selbstverständnis der Erziehungswissenschaft Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre
        entgegenzuwirken versucht wird, und die Antipädagogik und ihre Rezeption gleichzeitig
        Symptome der erziehungswissenschaftlichen Verunsicherung sind. Aufgezeigt wird zudem eine
        bedeutsame Leerstelle in der Rezeption. Fordern die Antipädagogen Erziehung abzuschaffen,
        da sie diese für nicht legitim, für schädlich, ja für gewaltvoll halten, so wird in der
        erziehungswissenschaftlichen Verteidigung des Erziehungsbegriffs nicht darauf eingegangen,
        inwiefern gerade die Verweigerung von Erziehung – und damit einem zu legitimierenden und
        zu verantwortendem Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen<tei:note xml:id="ftn18" n="18"><tei:p>Wobei damit nicht ignoriert werden
        soll, dass gerade in Erziehungsverhältnissen die Schutzbedürftigen häufig Gewalt
        ausgesetzt waren und sind, wie die verschiedenen Beiträge dieses Bandes es
        ausführen.</tei:p></tei:note> – zu einer Beziehung führen kann, in der der
        Schutz von Kindern vor gewaltvollen Übergriffen der Erwachsenen nicht mehr thematisierbar
        ist. </tei:p>
        <tei:p n="5">War die Antipädagogik bisher zwar selten Gegenstand erziehungswissenschaftlicher
        Forschung,<tei:note xml:id="ftn19" n="19"><tei:p>Ausnahmen sind die
        Übersichten zur Antipädagogik: <tei:ref target="#Mutschler1986" type="bibl" xml:id="quoteref018">Mutschler 1986</tei:ref>; <tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref019">Paffrath 1989</tei:ref> und zur Rezeption der Antipädagogik: <tei:ref target="#Klemm2003" type="bibl" xml:id="quoteref020">Klemm 2003</tei:ref>. <tei:ref target="#Schmid2011" type="bibl" xml:id="quoteref021">Schmid 2011</tei:ref>
        betrachtet in der Untersuchung von Erziehungsratgebern auch zwei Texte zur
        Antipädagogik und <tei:ref target="#Friedrichs2017" type="bibl" xml:id="quoteref022">Friedrichs 2017</tei:ref> untersucht die sich
        auf antipädagogische Forderungen beziehende Indianerkommune.</tei:p></tei:note> so
        gibt es dennoch zahlreiche Bezüge auf dieselbe innerhalb der Disziplin. Um mit der
        disziplingeschichtlichen Verortung der Diskussion der Antipädagogik auch deren
        erziehungswissenschaftliche Relevanz aufzeigen zu können, wird zunächst auf diese breite
        pädagogische Diskussion zurückgegriffen.<tei:note xml:id="ftn20" n="20"><tei:p>Die Textauswahl zur Rekonstruktion dieser pädagogischen Diskussion beruht auf
        Hinweisen in Überblickstexten zur Antipädagogik und verschiedenen Stichwortsuchen im
        Fachportal Pädagogik. Es erfolgte keine systematische Durchsicht aller relevanten
        Fachzeitschriften und Datenbanken, so dass es gut möglich ist, dass themenbezogene
        Texte nicht erwähnt sind. Ausgenommen in dieser Diskussion sind die im fünften Kapitel
        untersuchten Artikel der ZfPäd (1975–1985).</tei:p></tei:note> Anschließend wird die
        zeitgenössische erziehungswissenschaftliche<tei:pb n="136"/> Diskussion der Antipädagogik anhand von
        Artikeln aus der <tei:title level="s">Zeitschrift für Pädagogik</tei:title> (1975-1985)
        untersucht, da diese als zentrale erziehungswissenschaftliche Fachzeitschrift das
        disziplinäre Selbstverständnis prägt,<tei:note xml:id="ftn21" n="21"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Tenorth1986" type="bibl" xml:id="quoteref023">Tenorth 1986</tei:ref>; <tei:ref target="#Berg2004" type="bibl" xml:id="quoteref024">Berg
        et al. 2004, S. 103</tei:ref>.</tei:p></tei:note> die Autoren der drei Monographien
        zur Antipädagogik<tei:note xml:id="ftn22" n="22"><tei:p><tei:ref target="#Winkler1982" type="bibl" xml:id="quoteref025">Winkler 1982</tei:ref>; <tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref026">Flitner 1982</tei:ref>;
        <tei:ref target="#Oelkers1983" type="bibl" xml:id="quoteref027">Oelkers/Lehmann 1983</tei:ref>.</tei:p></tei:note> dort als
        Autoren bzw. Herausgeber fungieren und es in anderen pädagogischen Zeitschriften<tei:note xml:id="ftn23" n="23"><tei:p>So finden sich in der <tei:title level="s">ZfPäd“</tei:title> vier Texte von <tei:q>Schoenebeck
        (1979)“</tei:q>, ein Aufsatz von <tei:q>Rolff (1982)</tei:q> und
        eine Rezension (1983). In <tei:title level="s">päd:extra</tei:title> erscheinen zwei
        Texte (<tei:ref target="#Behrens1980" type="bibl" xml:id="quoteref028">Behrens/Förstermann 1980</tei:ref>, <tei:ref type="bibl" target="#Hinte1986" xml:id="quoteref029">Hinte 1986</tei:ref>). In <tei:title level="s">Welt des Kindes</tei:title> ein Text
        (<tei:ref target="#Mutschler1986" type="bibl" xml:id="quoteref030">Mutschler 1986</tei:ref>). In der <tei:title level="s">Theorie
        und Praxis der Sozialpädagogik</tei:title> (5/1983), in <tei:title level="s">pro
        Juventute</tei:title> (1982), in Westermanns <tei:title level="s">Pädagogische
        Beiträge</tei:title> (1983) und in <tei:title level="s">Pädagogikunterricht</tei:title> (1986) erscheinen jeweils Schwerpunktausgaben zur
        Antipädagogik.</tei:p></tei:note> keine ausgeprägte und anhaltende Diskussion gibt.
        </tei:p>
      </tei:div>
      <tei:div xml:id="s2">
        <tei:head>Die Antipädagogik als dem <tei:hi rend="italic">Zeitgeist</tei:hi>
        entsprechend</tei:head>
        <tei:p n="6">Die Rezeption der Antipädagogik – so zeigt es auch die erziehungswissenschaftliche
        Diskussion – ist geprägt von der gesellschaftlichen und disziplinären Entwicklung. Die
        Antipädagogik ist somit, wenn auch nicht nur, eine <tei:quote source="#quoteref031">Strömung, die eben in den Zeitgeist</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn24" n="24"><tei:p><tei:ref target="#Hinte1986" type="bibl" xml:id="quoteref031">Hinte 1986,
        S. 45</tei:ref>.</tei:p></tei:note> passt. Sind die gesellschaftlichen Entwicklungen
          der <tei:quote source="#quoteref032">langen sechziger Jahre</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn25" n="25"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Doering-Manteuffel2000" xml:id="quoteref032">
          Doering-Manteuffel 2000</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und insbesondere <tei:quote source="#quoteref026">Achtundsechzig</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn26" n="26"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Kraushaar2008" xml:id="quoteref033">Kraushaar
          2008</tei:ref>.</tei:p></tei:note> von der Hoffnung auf radikale
          Veränderungen<tei:note xml:id="ftn27" n="27"><tei:p><tei:ref target="#Freytag2021" type="bibl" xml:id="quoteref034">Freytag 2021, S. 53f</tei:ref>.</tei:p></tei:note> geprägt, so verkehrt
          sich diese Grundstimmung mit der ersten Ölpreiskrise ab 1973, also in der Zeit <tei:quote source="#quoteref035">nach dem Boom</tei:quote>,<tei:note xml:id="ftn28" n="28"><tei:p><tei:ref target="#Doering-Manteuffel2012" type="bibl" xml:id="quoteref035">Doering-Manteuffel/Raphael 2012, S.
          15</tei:ref>.</tei:p></tei:note> in ihr Gegenteil: Resignation, Pessimismus und
          Endzeitstimmung sind in der zeitgenössischen Wahrnehmung dieses Jahrzehnts
          prägend.<tei:note xml:id="ftn29" n="29"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Sarasin2021" xml:id="quoteref036">
          Sarasin 2021, S. 14</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Der Pessimismus der 1970er
          Jahre ist neben politischen Entwicklungen wie dem <tei:emph>„Deutschen Herbst
          1977“</tei:emph> von der Erkenntnis der in der Studie des Club auf Rome markierten
          „Grenzen des Wachstums“ (1972) bestimmt. Hinzu kommt mit dem Ende der 1970er Jahre der
          sich in seiner Dynamik dramatisch zuspitzende <tei:emph>„Kalte Krieg“</tei:emph> und der
          drohende atomare Krieg. In den sozialen Bewegungen der 1980er Jahre – z.B. der Umwelt-,
          der Anti-Atomkraft- und der Friedensbewegung<tei:note xml:id="ftn30" n="30"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Roth2008" type="bibl" xml:id="quoteref037">Roth/Rucht 2008, S. 220, 246 u.
          268</tei:ref>.</tei:p></tei:note> – findet dies seinen Ausdruck.<tei:note xml:id="ftn31" n="31"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Hoffmann-Ocon2018" xml:id="quoteref038">
          Hoffmann-Ocon/Criblez 2018, S. 10</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Generell wird für
          diese Zeit ein Rückbezug auf das Individuelle diagnostiziert. Das Allgemeine und
          Universelle werde zugunsten des Individuellen in seiner Relevanz abgeschwächt.<tei:note xml:id="ftn32" n="32"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Sarasin2021" type="bibl" xml:id="quoteref039">Sarasin 2021,
          S. 31</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Bedeutung des<tei:pb n="137"/> Individuellen zeigt sich nicht
          zuletzt im Psychoboom der 1970er Jahre, die Tändler als das <tei:quote source="#quoteref040">therapeutische Jahrzehnt</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn33" n="33"><tei:p><tei:ref target="#Tändler2016" type="bibl" xml:id="quoteref040">Tändler
            2016</tei:ref>.</tei:p></tei:note> beschreibt. Dabei wird, um das <tei:quote source="#quoteref041">allgemeine Lebensgefühl</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn34" n="34"><tei:p><tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref041">Paffrath
          1989, S. 284</tei:ref>.</tei:p></tei:note>, welches sowohl die Entstehung als auch
          die Rezeption der Antipädagogik prägt, zu verdeutlichen, auch in der pädagogischen
          Diskussion immer wieder auf <tei:q> den Refrain ‚We don’t need no education‘ aus Pink
          Floyds „Another Brick in the Wall“ verwiesen.</tei:q>
          <tei:note xml:id="ftn35" n="35"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Teske1983" type="bibl" xml:id="quoteref042">Teske
            1983, S. 530</tei:ref>; <tei:ref target="#Oelkers1983" type="bibl" xml:id="quoteref043">Oelkers/Lehmann 1983; S. 4</tei:ref>; <tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref044">Paffrath 1989, S.
          284</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
        </tei:p>
        <tei:p n="7">Die Disziplingeschichte der Erziehungswissenschaft ist in dieser Zeit stark von den
        gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt und spiegelt diese wider. Mit der Etablierung und
        Festigung einer universitären Erziehungswissenschaft, ihrer <tei:quote source="#quoteref017">strukturellen Expansion</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn36" n="36"><tei:p><tei:ref target="#Stisser2021" type="bibl" xml:id="quoteref017">Stisser
        2021, S. 425</tei:ref>.</tei:p></tei:note> durch einen eigenen Hauptfachstudiengang,
        einem massiven Ausbau an Stellen und der Herausbildung neuer Fragestellungen und
        Ansätze<tei:note xml:id="ftn37" n="37"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Keiner2015" type="bibl" xml:id="quoteref046">Keiner 2015, S. 20</tei:ref>.</tei:p></tei:note> beginnt sich die Disziplin am
        Ausgang einer Epoche<tei:note xml:id="ftn38" n="38"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Dahmer1968" type="bibl" xml:id="quoteref047">Dahmer/Weniger 1968</tei:ref>.</tei:p></tei:note> von der
        Pädagogik zur Erziehungswissenschaft<tei:note xml:id="ftn39" n="39"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Brezinka1971" type="bibl" xml:id="quoteref048">Brezinka 1971</tei:ref>.</tei:p></tei:note> zu
          wandeln. Die damit einhergehende <tei:quote source="#quoteref049">Paradigmendiskussion</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn40" n="40"><tei:p><tei:ref target="#Hoffmann1991" type="bibl" xml:id="quoteref049">Hoffmann
        1991</tei:ref>.</tei:p></tei:note> ist auch geprägt von den im Positivismusstreit
        der Soziologie aufkommenden Diskussionen um Wissenschaftlichkeit, insbesondere
        hinsichtlich Fragen nach Normativität und Methoden.<tei:note xml:id="ftn41" n="41"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Tenorth2006" xml:id="quoteref050">Tenorth 2006, S.
          145</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die langfristig als <tei:quote source="#quoteref051">Verwissenschaftlichung der Pädagogik</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn42" n="42"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Casale2016" xml:id="quoteref051">Casale 2016,
        S. 43</tei:ref>.</tei:p></tei:note> beschriebene disziplinäre Entwicklung ist auch
        mit der Beteiligung an der Bildungsreform<tei:note xml:id="ftn43" n="43"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Berg2004" xml:id="quoteref052">Berg et al. 2004, S.
        161</tei:ref>.</tei:p></tei:note> verknüpft. Die in dem Jahrzehnt vor 1975 zu
          verzeichnende <tei:quote source="#quoteref053">Euphorie in Sachen Erziehung und
        Bildung</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn44" n="44"><tei:p>Horst Rumpf
          zitiert nach <tei:ref target="#Schmid2011" type="bibl" xml:id="quoteref053">Schmid 2011, S. 242</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und die damit
          einhergehende Hoffnung auf die <tei:quote source="#quoteref054">gesellschaftsverändernde
            Kraft von Bildungseinrichtungen</tei:quote>,
        <tei:note xml:id="ftn45" n="45"><tei:p><tei:ref target="#Tenorth2006" type="bibl" xml:id="quoteref054">Tenorth 2006, S. 146</tei:ref>.</tei:p></tei:note> lässt
        auch die öffentliche Aufmerksamkeit für die Erziehungswissenschaft wachsen. Speziell die
        <tei:quote source="#quoteref055">emanzipatorischen Konzepte</tei:quote>
        <tei:note xml:id="ftn46" n="46"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Benner2007" xml:id="quoteref055">
          Benner/Kemper 2007, S. 275</tei:ref>.</tei:p></tei:note> stoßen nicht nur in der
          Erziehungswissenschaft, sondern auch bei Erzieher:innen, Lehrer:innen und <tei:quote source="#quoteref056">großen Teilen der nachwachsenden Generation</tei:quote> auf
          <tei:quote source="#quoteref056">breite Akzeptanz</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn47" n="47"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Benner2007" xml:id="quoteref056">
            Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> und dominieren das <tei:quote source="#quoteref057">öffentliche Reden über Erziehung</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn48" n="48"><tei:p><tei:ref target="#Rieger-Ladich2014" type="bibl" xml:id="quoteref057">Rieger-Ladich 2014,
            S. 73</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Das Ende der Bildungsreformbemühungen bedeute,
            so Blankertz, erneut den Ausgang<tei:pb n="138"/> einer Epoche.<tei:note xml:id="ftn49" n="49"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Blankertz1978">Blankertz 1978, S.
            173</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Das von Andreas Flitner als <tei:quote source="#quoteref059">missratene[n] Fortschritt</tei:quote> (1977)<tei:note xml:id="ftn50" n="50"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Flitner1977" xml:id="quoteref059">Flitner
            1977</tei:ref>.</tei:p></tei:note> gedeutete <tei:quote source="#quoteref059">‘Scheitern‘ der Bildungsreformen</tei:quote> führt sowohl zur Skepsis gegenüber
            <tei:quote source="#quoteref060">zu großen bildungspolitischen Versprechen</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn51" n="51"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Keiner2015" xml:id="quoteref060">Keiner 2015,
            S. 14</tei:ref>.</tei:p></tei:note> als auch zur Verunsicherung der Disziplin
            selbst. Mit dem parallel gesättigten Lehrer:innenarbeitsmarkt sieht sich die Disziplin
            nicht nur mit massiven Stellenstreichungen bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit eines
            Großteils ihrer Absolvent:innen (sowohl Lehrer:innen als auch
            Erziehungswissenschaftler:innen) konfrontiert, sondern muss auch ein verlorenes Vertrauen
            in ihre gesellschaftliche Bedeutung verzeichnen.<tei:note xml:id="ftn52" n="52"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Berg2004">Berg et al. 2004, S. 169ff.</tei:ref>; <tei:ref target="#Blankertz1978" type="bibl" xml:id="quoteref061">Blankertz 1978, S.
                173f.</tei:ref>; <tei:ref target="#Oelkers1998" type="bibl" xml:id="quoteref062">Oelkers 1998, S. 227</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
          </tei:p>
        <tei:p n="8"><tei:quote source="#quoteref063">Als mitauslösendes Moment für das Entstehen der
          Antipädagogik</tei:quote>, so Paffrath, müsse auch der <tei:quote source="#quoteref063">Verlauf der Bildungsreform der 70er Jahre</tei:quote> gesehen werden. Mit den
          enttäuschten Erwartungen sei nicht nur das <tei:quote source="#quoteref063">Unbehagen an
          traditionellen Formen von Erziehung</tei:quote> verstärkt worden, sondern ebenso das
          <tei:quote source="#quoteref063">Mißtrauen gegenüber pädagogischen Maßnahmen
          überhaupt</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn53" n="53"><tei:p><tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref063">Paffrath 1989, S. 285</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Es war eine
          <tei:quote source="#quoteref064">nachhaltige Verunsicherung des gewohnten
          ‚pädagogischen‘ Denkens</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn54" n="54"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Benner2007" xml:id="quoteref064">
            Benner/Kemper 2007, S. 228</tei:ref>.</tei:p></tei:note> zu verzeichnen, das während
            der Bildungsreformzeit durch seine Alltagsnähe in <tei:quote source="#quoteref065">Übereinstimmung mit sozialen Bewegungen</tei:quote> gestanden hätte. Für kurze Zeit
            sei hier die Distanz zwischen der pädagogischen Profession und der Erziehungswissenschaft
            aufgehoben gewesen.<tei:note xml:id="ftn55" n="55"><tei:p><tei:ref target="#Tenorth2006" type="bibl" xml:id="quoteref065">Tenorth 2006, S. 147</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Als dafür
            <tei:quote source="#quoteref066">notwendige einfache Formel</tei:quote> bestimmen
            Benner und Kemper einen <tei:quote source="#quoteref066">entscheidende[n]
            Praxisbezug</tei:quote>, der jedoch in den zunehmend komplexen theoretischen Bezügen
            verloren ging, so dass die Erziehungswissenschaft in eine <tei:quote source="#quoteref066">prekäre Situation</tei:quote> geriet, da sie durch die ihr nicht mehr günstige
            politische Situation sowie ihren <tei:quote source="#quoteref066">eigene[n] innere[n]
            Wandel</tei:quote> in <tei:quote source="#quoteref066">systematische
            Probleme</tei:quote> geriet.<tei:note xml:id="ftn56" n="56"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Benner2007" xml:id="quoteref066">Benner/Kemper 2007, S.
            228</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Ab Mitte der 1970er Jahre habe die Disziplin zusehends
            öffentlich <tei:quote source="#quoteref067">an Kredit</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn57" n="57"><tei:p><tei:ref target="#Tenorth2006" type="bibl" xml:id="quoteref067">Tenorth
            2006, S. 147</tei:ref>.</tei:p></tei:note> verloren. Die gesellschaftlichen
            Kräfteverhältnisse verschoben sich und das pädagogische Feld wurde von zwei sehr
            unterschiedlichen, ja grundsätzlich widersprüchlichen Positionen angegriffen. So wurde
            einerseits auf der Folgeveranstaltung zur <tei:emph>„Tendenzwende“</tei:emph>-Tagung
            (1974) mehr <tei:q>Mut zur Erziehung</tei:q>
            (1978)<tei:note xml:id="ftn58" n="58"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Mattes2020" xml:id="quoteref068">
              Mattes 2020</tei:ref>; <tei:ref target="#Hoffmann-Ocon2018" type="bibl" xml:id="quoteref069">Hoffmann-Ocon/Criblez 2018, S. 16</tei:ref>; <tei:ref target="#Rieger-Ladich2014" type="bibl" xml:id="quoteref070">Rieger-Ladich 2014, S.
            74</tei:ref>.</tei:p></tei:note> gefordert und versucht, Erziehung <tei:quote source="#quoteref071">wieder in ihr Recht zu setzen</tei:quote>,<tei:note xml:id="ftn59" n="59"><tei:p><tei:ref target="#Benner2007" type="bibl" xml:id="quoteref071">Benner/Kemper 2007,
            S. 276</tei:ref>.</tei:p></tei:note> während andererseits die Antipädagogik immer
          mehr Aufsehen erregen konnte.</tei:p>
        </tei:div>
        <tei:div xml:id="s3">
          <tei:head>Die Antipädagogik als radikale Erziehungskritik</tei:head>
          <tei:p n="9"><tei:pb n="139"/>Um Antipädagogik als radikale Erziehungskritik einordnen zu können, gilt es zunächst,
          die begriffsgeschichtliche Ausgangslage von <tei:emph>Erziehung</tei:emph> in den 1970er
          und 1980er Jahren zu betrachten. In der Untersuchung des Erziehungsbegriffs in
          erziehungswissenschaftlichen Lexika von 1895 bis 1989 kann Anna Stisser aufzeigen, dass
          Erziehung in den Lexika kontinuierlich verhandelt wird und somit als <tei:quote source="#quoteref072">persistenteste[r] Grundbegriff</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn60" n="60"><tei:p><tei:ref target="#Stisser2021" type="bibl" xml:id="quoteref072">Stisser
          2021, S. 411</tei:ref>.</tei:p></tei:note> betrachtet werden kann. So enthalten bis
          zum Jahre 1971 alle Lexika ein <tei:quote source="#quoteref073">systematisches
          Erziehungslemma“.</tei:quote>
          <tei:note xml:id="ftn61" n="61"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref073">
            Ebd</tei:ref>.</tei:p></tei:note> In den 1970er Jahren jedoch zeige sich, dass der
            <tei:quote source="#quoteref074">Begriff als solcher zur Disposition</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn62" n="62"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref074">Ebd., S.
            212</tei:ref>.</tei:p></tei:note> stehe. So finde sich in sechs als <tei:quote source="#quoteref075">kritisch bzw. besonders stark praxisorientiert</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn63" n="63"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref075">
              Ebd</tei:ref>.</tei:p></tei:note> zu bezeichnenden Lexika zwischen 1972 und 1986
              kein systematisches Erziehungslemma. Sind anschließend wieder in allen Lexika
              eigenständige Ausführungen zum Erziehungsbegriff zu finden, so zeigt sich in den 1980er
              Jahren, dass erziehungstheoretische Auseinandersetzungen jenseits der <tei:quote source="#quoteref076">allgemeinen Erziehungslemmata</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn64" n="64"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref076">Ebd., S.
              213</tei:ref></tei:p></tei:note> weniger zu finden sind. Derart zeigt Tenorth auch
              für die Zeitschrift für Pädagogik (1955-1979), dass Erziehung einer der <tei:quote source="#quoteref077">am Rande liegenden</tei:quote> Begriffe ist und als solcher
              <tei:quote source="#quoteref049">so gut wie nicht theoretisch erörtert</tei:quote>
              werde.<tei:note xml:id="ftn65" n="65"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Tenorth1986" xml:id="quoteref077">
              Tenorth 1986, S. 45</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Im Vergleich zu Tenorth stellt
              Stisser heraus, dass Erziehung in den Lexika präsenter sei als in der Zeitschrift für
              Pädagogik.<tei:note xml:id="ftn66" n="66"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref078">
              Stisser 2021, S. 411</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Einhergehend mit der
              abnehmenden Bedeutung des Erziehungsbegriffs kann sie für die Lexika der 1970er in der
              <tei:quote source="#quoteref079">epistemologischen Dimension</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn67" n="67"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref079">Ebd., S.
              425</tei:ref>.</tei:p></tei:note> eine <tei:emph>„Diversifizierung“</tei:emph> der
              Erziehungswissenschaft feststellen. In den 1980ern sei dann ein <tei:quote source="#quoteref051">‘Rückzug‘</tei:quote> aus dieser Diversifizierung zu beobachten,
              der teils mit einem <tei:quote source="#quoteref080">kompletten Verzicht auf die Setzung
              einer Bestimmung von Erziehung</tei:quote>, also dem <tei:quote source="#quoteref080">Rückzug von einer eigenen theoretischen Position</tei:quote> einhergehe.<tei:note xml:id="ftn68" n="68"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref080">Ebd., S.
              426</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Tenorth bestimmt für die Zeitschrift für Pädagogik
              bereits ab 1975 eine Rückbesinnung<tei:q> </tei:q>auf die Relevanz eigener pädagogischer
              Begriffe.<tei:note xml:id="ftn69" n="69"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Tenorth1986" xml:id="quoteref081">
              Tenorth 1986, S. 459</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Statt einer eigenen
              theoretischen Bestimmung werde Erziehung in den Lexika der 1980er Jahre, so Stisser, in
              einem stärker <tei:quote source="#quoteref082">distanzierte[n], wissensstrukturierende[m]
              Argumentationsschema</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn70" n="70"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref082">Stisser
              2021, S. 426</tei:ref>.</tei:p></tei:note> dargestellt. Übereinstimmend hält Oelkers
              fest, dass Erziehung als <tei:quote source="#quoteref083">nicht mehr<tei:pb n="140"/> recht
              theoriefähig</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn71" n="71"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Oelkers1991" xml:id="quoteref083">Oelkers
              1991, S. 13</tei:ref>.</tei:p></tei:note> angesehen wird und die Erziehungstheorie
              ein in der Erziehungswissenschaft <tei:quote source="#quoteref083">vernachlässigtes
              Thema</tei:quote> sei. Statt des Erziehungsbegriffs (und auch des Bildungsbegriffs)
              wird in den 1970er Jahren einhergehend mit der Ver(sozial)wissenschaftlichung der
              Erziehungswissenschaft zumindest vorübergehend der Sozialisationsbegriff zum neuen
              Leitbegriff.<tei:note xml:id="ftn72" n="72"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Tenorth1986" xml:id="quoteref084">Tenorth 1986, S. 31, S. 46</tei:ref>.</tei:p></tei:note> So wird
              Sozialisation auch für die Erläuterung von Erziehung in den 1970er und 1980er Jahren
              herangezogen und zugleich als eigenes Lemma etabliert.<tei:note xml:id="ftn73" n="73"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Stisser2021" xml:id="quoteref085">Stisser 2021, S. 247, S.
              411</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            </tei:p>
            <tei:p n="10">Zeigt sich in diesen Analysen bereits die Verunsicherung des Erziehungsbegriffs in
            den 1970er Jahren, so wird die Antipädagogik, verstanden als <tei:quote source="#quoteref086">radikale Erziehungskritik“,</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn74" n="74"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Oelkers1998" xml:id="quoteref086">Oelkers
            1998, S. 227; Heiland 1986, S. 10</tei:ref>.</tei:p></tei:note> als Kritik der
            Erziehungstheorie und -praxis und somit als Ausdruck dieser Krisensituation
            begriffen.<tei:note xml:id="ftn75" n="75"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Pongratz2010" xml:id="quoteref087">
            Pongratz 2010, S. 135</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Vermerkt Heiland auch, dass
            die Antipädagogen selbst eine solche Einordnung ablehnen würden,<tei:note xml:id="ftn76" n="76"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Heiland1986" xml:id="quoteref088">Heiland 1986, S.
            10</tei:ref>.</tei:p></tei:note> so wird die Antipädagogik in der pädagogischen
            Diskussion in diese Tradition eingeordnet.<tei:note xml:id="ftn77" n="77"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Klemm2003" type="bibl" xml:id="quoteref089">Klemm 2003, S. 63</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            Die Tradition dieser radikalen Erziehungskritik, die insbesondere die Legitimität und die
            Grenzen von Erziehung umfasse, beginne mit Rousseau, werde<tei:q/>von der Reformpädagogik
            aufgegriffen, in der radikalen Erziehungskritik der 1920er Jahre z.B. Bernfelds und der
            antiautoritären Erziehung fortgeführt und ende mit der Antipädagogik.<tei:note xml:id="ftn78" n="78"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Heiland1986" type="bibl" xml:id="quoteref090">Heiland 1986,
            S. 10; Oelkers 1991, S. 13; Oelkers 1998, S. 227; Tenorth 2018, S.
            57</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Antipädagogik vertrete dabei mit der Abschaffung
            von Erziehung die <tei:quote source="#quoteref091">massivste Position</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn79" n="79"><tei:p><tei:ref target="#Ruder1989" type="bibl" xml:id="quoteref091">Ruder 1989,
            S. 575</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und treibe die Entwicklung <tei:quote source="#quoteref092">auf die Spitze“.</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn80" n="80"><tei:p><tei:ref target="#Mollenhauer1983" type="bibl" xml:id="quoteref092">Mollenhauer
            1983, S. 16</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Kritik an Erziehung, so Oelkers, sei immer
            geübt wurden, aber dann <tei:quote source="#quoteref093">mit der Absicht sie zu
            verbessern</tei:quote>, die <tei:quote source="#quoteref093">Negation der Erziehung ist
            historisch ohne Beispiel</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn81" n="81"><tei:p><tei:ref target="#Oelkers1983" type="bibl" xml:id="quoteref093">Oelkers 1983, S. 544; zur Diskussion desselben,
            Gruschka 1988, S. 331ff</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Antipädagogik greife die
            <tei:quote source="#quoteref094">zentrale Legitimationsbasis</tei:quote>, das
            <tei:quote source="#quoteref094">Grundaxiom</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn82" n="82"><tei:p><tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref094">Paffrath
            1989, S. 283</tei:ref>.</tei:p></tei:note> von Erziehung und Pädagogik, an. </tei:p>
            <tei:p n="11">Zeigt sich bereits der grundlegende Unterschied zwischen antiautoritärer Erziehung
            und Antipädagogik, so ist man in der zeitgenössischen Diskussion doch überrascht, dass,
            obwohl man bezüglich der antiautoritären Erziehung <tei:quote source="#quoteref095">eine
            geistige Verwandtschaft mit der Anti-Pädagogik vermute[t]</tei:quote>, Braunmühl als
            Autor der „Antipädagogik“ (1975) sich nicht dazu <tei:quote source="#quoteref095">bekennt</tei:quote>, dass in <tei:quote source="#quoteref095">seiner ‚Anti-Pädagogik‘
            anti-autoritäre Elemente enthalten sind, die sich auf Bernfeld, Reich,<tei:pb n="141"/> Neill, Seifert
            und andere ‚antiautoritäre‘ Pädagogen zurück führen lassen</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn83" n="83"><tei:p><tei:ref target="#Behrens1980" type="bibl" xml:id="quoteref095">Behrens/Förstermann
               1980, S. 40</tei:ref>; ähnlich <tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref096">Flitner 1982, S. 36</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Eben diese
            als Parallelen wahrgenommen Aspekte mögen auch dazu führen, dass die beiden Ansätze leicht
            verwechselt werden.<tei:note xml:id="ftn84" n="84"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Winkler2012" xml:id="quoteref097">Winkler 2012, S. 50</tei:ref>.</tei:p></tei:note> In der weiteren
            Rezeption wird jedoch die grundsätzliche Infragestellung von Erziehung seitens der
            Antipädagogik der antiautoritären Erziehung gegenübergestellt, welche <tei:quote source="#quoteref098">nur bestimmte Formen von Erziehung und Bildung, traditionelle
            autoritäre Erziehungspraxis kritisiert und angegriffen</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn85" n="85"><tei:p><tei:ref target="#Paffrath1989" type="bibl" xml:id="quoteref098">Paffrath
            1989, S. 283</tei:ref>; vgl., ähnlich <tei:ref target="#Mutschler1986" type="bibl" xml:id="quoteref099">Mutschler 1986, S. 142</tei:ref>; <tei:ref target="#Winkler1983" type="bibl" xml:id="quoteref100">Winkler 1983, S.
            532</tei:ref>.</tei:p></tei:note> habe.<tei:note xml:id="ftn86" n="86"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Klemm2003" type="bibl" xml:id="quoteref101">Klemm 2003, S. 54</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            Entscheidend für die vorliegende Analyse ist der Unterschied, dass die antiautoritäre
            Erziehung weder Erziehung selbst,<tei:note xml:id="ftn87" n="87"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Bernhard2009" type="bibl" xml:id="quoteref102">Bernhard 2009, S.
            77</tei:ref>.</tei:p></tei:note> noch die Erziehungsbedürftigkeit in Frage
            stellte,<tei:note xml:id="ftn88" n="88"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Wolff1973" type="bibl" xml:id="quoteref103">
            Wolff 1973, S. 20f</tei:ref>.</tei:p></tei:note> sondern das Feld des
            Pädagogischen als einen Ort bestimmte, in dem sich der Einsatz für gesellschaftliche
            Veränderungen und einen antiautoritären Umgang mit Kindern lohnt<tei:note xml:id="ftn89" n="89"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Baader2021" xml:id="quoteref104">Baader 2021, S.
            192ff</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und sie sich dementsprechend durch <tei:quote source="#quoteref105">Erziehungsoptimismus</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn90" n="90"><tei:p><tei:ref target="#Baader2017" type="bibl" xml:id="quoteref105">Baader 2017,
            S. 61</tei:ref>.</tei:p></tei:note> auszeichnet. </tei:p>
            <tei:p n="12">Hingegen macht sich die Antipädagogik bereits im Titel des namensgebenden
            Buches<tei:note xml:id="ftn91" n="91"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Mutschler1986" xml:id="quoteref106">
            Mutschler 1986, S. 142</tei:ref>.</tei:p></tei:note> die <tei:quote source="#quoteref107">Abschaffung von Erziehung</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn92" n="92"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Braunmühl1975" xml:id="quoteref107">Braunmühl
            1975</tei:ref>.</tei:p></tei:note> zur Aufgabe. Die Antipädagogik – so einer ihrer
            Autoren – bestehe, in der <tei:quote source="#quoteref108">Absage [an] den
            Erziehungsanspruch</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn93" n="93"><tei:p><tei:ref target="#Schoenebeck1982" type="bibl" xml:id="quoteref108">Schoenebeck 1982, S. 12</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            Pädagogisches Denken heiße dementsprechend, dass der/die Pädagog:in meine, Kinder
            <tei:quote source="#quoteref109">zu ‚richtigen‘ Menschen erst [zu]
            machen</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn94" n="94"><tei:p><tei:ref target="#Braunmühl1976" type="bibl" xml:id="quoteref109">Braunmühl 1976, S. 13, Herv. i.O.</tei:ref></tei:p></tei:note> Dieser
            Auftrag erschließe sich – so die Antipädagogen – aus der falschen Grundannahme der
            Erziehungsbedürftigkeit des Menschen. Diese sei, bei sonst teils großen Differenzen, eine
            geteilte Überzeugung der <tei:quote source="#quoteref110">Fachpädagogen</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn95" n="95"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Braunmühl1975" xml:id="quoteref110">Braunmühl 1975/1991, S.
            67</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Antipädagogen bestreiten die
            Erziehungsbedürftigkeit des Menschen. Kinder, so halten sie fest, seien <tei:quote source="#quoteref111">nicht erziehungsbedürftig, sondern sie lernen an der Wirklichkeit
            (wie jeder Mensch)</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn96" n="96"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Braunmühl1976" xml:id="quoteref111">Braunmühl 1976, S. 15</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            </tei:p>
            <tei:p n="13">Die Antipädagogik wird in der vorliegenden Analyse als radikale, ja radikalste
            Erziehungskritik gefasst, da sie den bereits kritisierten Erziehungsbegriff vollständig
            infrage stellt, indem sie die Erziehungsbedürftigkeit des Menschen und damit die
            Legitimität von Erziehung bestreitet. Somit wird die Antipädagogik als Symptom für die
            Krise der Erziehungswissenschaft in der Krise des Erziehungsbegriffs bestimmt. </tei:p>
          </tei:div>
          <tei:div xml:id="s4">
            <tei:head>Die Attraktivität und das Risiko der Antipädagogik </tei:head>
            <tei:p n="14"><tei:pb n="142"/>Der <tei:quote source="#quoteref112">Reiz der Antipädagogik</tei:quote>, also der
            Grund, warum <tei:quote source="#quoteref112">Erzieher und Lehrer in wachsenden Zahlen ins
            Lager der Antipädagogik umschwenken“,</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn97" n="97"><tei:p><tei:ref target="#Winkler1983" type="bibl" xml:id="quoteref112">Winkler
            1983, S. 537</tei:ref>.</tei:p></tei:note> wird von Flittner auch in der
            gesellschaftlichen Lage begründet gesehen: </tei:p>
            <tei:quote source="#quoteref113">Der Mensch im Zeitalter der Betonstädte, der Mikroelektronik,
            der Ohnmachtsgefühle gegenüber Aufrüstung und Umweltkatastrophen kann nicht umhin, seine
            Lebens- und Gesellschaftsformen radikal in Frage zu stellen. Auf diesem Grundgefühl wächst
            sowohl die antipädagogische Literatur wie das Interesse ihrer Leserschaft. Den
            Zivilisationsprozess will man dort an der Wurzel packen, wo er sich immer weiter fortsetzt
            und regeneriert: ‚Schafft die Erziehung ab!“<tei:note xml:id="ftn98" n="98"><tei:p><tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref113">Flitner 1982, S. 38</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            </tei:quote>
            <tei:p n="15">Die Antipädagogik scheint somit einfache Antworten zu liefern in einer Situation, in
            der auch die Erziehungswissenschaftler:innen zugestehen, dass, wie es Katharina Rutschky
            in der „Schwarzen Pädagogik“ (1977) überspitzt herausstelle, die Erziehungspraxis von
            vielen Mängeln, ja von <tei:quote source="#quoteref114">jahrhundertelangen Straf- und
            Drillpraktiken</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn99" n="99"><tei:p><tei:ref target="#Pongratz2010" type="bibl" xml:id="quoteref114">Pongratz
            2010, S. 135</tei:ref>.</tei:p></tei:note> gekennzeichnet sei, und, so sehr man auch
            wichtige pädagogische Erfahrungen und Verhältnisse betone, die <tei:quote source="#quoteref115">Schwärze</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn100" n="100"><tei:p><tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref115">Flitner
            1982, S. 61</tei:ref>.</tei:p></tei:note> bleibe. Auf diese Kritik an der
            Erziehungspraxis biete die Antipädagogik einfache Antworten, die leicht den Charakter von
            <tei:quote source="#quoteref116">Beschwörungsformeln</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn101" n="101"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Pongratz2010" xml:id="quoteref116">Pongratz
            2010, S. 136</tei:ref>.</tei:p></tei:note> erlangten. Die Antipädagogik, so
            Flittner, würde den <tei:quote source="#quoteref115">Traum der Romantiker</tei:quote>
            träumen, indem sie davon ausginge, dass die
            <tei:quote source="#quoteref117">ursprüngliche ‚Natur‘ wiedergefunden und erhalten werden
            kann, jenseits und vor aller gesellschaftlichen Zähmung und persönlichen Beeinflussung:
            eine Natur, der man nur Raum geben und die man freundlich annehmen müsse, um sie nach
            ihrem eigenen Entwicklungsgesetz heranwachsen und lebenskräftig werden zu
            lassen</tei:quote>
            .
            <tei:note xml:id="ftn102" n="102"><tei:p><tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref117">Flitner
            1982, S. 37, Herv. i. O.</tei:ref></tei:p></tei:note> Hinter dieser <tei:quote source="#quoteref118">antipädagogischen Verklärung des Kindes</tei:quote>, so
            Oelkers/Lehmann, scheine nur die <tei:quote source="#quoteref118">Sehnsucht des
            Erwachsenen nach dem Paradies oder dem verlorenen Glück der Kindheit</tei:quote> zu
            stehen.<tei:note xml:id="ftn103" n="103"><tei:p><tei:ref target="#Oelkers1983" type="bibl" xml:id="quoteref118">
            Oelkers/Lehmann 1983, S. 28</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            </tei:p>
            <tei:p n="16">Mit der Abschaffung von Erziehung würden die Antipädagogen vorschlagen, aus dem
            <tei:quote source="#quoteref119">Erziehungskrieg</tei:quote> auszusteigen.<tei:note xml:id="ftn104" n="104"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Flitner1982" xml:id="quoteref119">Flitner 1982, S.
            38</tei:ref>.</tei:p></tei:note> <tei:quote source="#quoteref120">Ein
            ‚antipädagogisch eingestellter Mensch‘</tei:quote>, so fasst Mollenhauer von Braunmühl
            zitierend zusammen, <tei:quote source="#quoteref120">sei ein ‚einfach netter Mensch‘, der
            ‚sämtliche mögliche Situationen mit Kindern spontan, ohne auf irgendwelche Theorien
            rekurrieren zu müssen, durchlebt‘ (v. Braunmühl). So etwas klingt sympathisch; diese
            Attitüde findet denn auch viel Beifall“,</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn105" n="105"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Mollenhauer1983" xml:id="quoteref120">
              Mollenhauer 1983, S. 17</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und<tei:pb n="143"/> somit liefere die
              Antipädagogik, so Mutschler, den erziehungsverdrossenen Erwachsenen mit ihrer <tei:quote source="#quoteref121">These von der Nichtverantwortung des Erwachsenen dafür das gute
              Gewissen“.</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn106" n="106"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Mutschler1986" xml:id="quoteref121">Mutschler
              1986, S. 147</tei:ref>.</tei:p></tei:note> <tei:quote source="#quoteref122">Für
              alle, die unter ihrer Erziehungsaufgabe leiden</tei:quote> so fährt er fort, <tei:quote source="#quoteref122">die es leid sind, ständig zu mahnen, überzeugen, anregen,
              verbieten zu müssen und sich dafür noch ‚prügeln‘ zu lassen, verspricht die
              Antipädagogik eine verblüffend einfache Lösung: ‚Wirf die Last ab, laß deine Ansprüche
              fahren, sorge dich nicht! Es verliert niemand dabei, alle gewinnen nur!‘</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn107" n="107"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Mutschler1986" xml:id="quoteref122">Ebd., S.
              147f</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
            </tei:p>
            <tei:p n="17">In dieser <tei:quote source="#quoteref123">Beschwörung der unmittelbaren,
            unverstellten Gefühle, die gegen die Dauerreflexion des Erziehungsprozesses ausgespielt
            werden</tei:quote>, liege gerade für viele Praktiker:innen der Reiz der Antipädagogik
            und, so macht Mutschler ebenfalls deutlich, auch die Gefahr für die Kinder. Denn weil die
            Gefühle der Erwachsenen als entscheidend betrachtet werden, und theoretische und somit
            vernünftige Argumente unwichtig erscheinen, stellt Mutschler die Frage, wie denn mit den
            <tei:quote source="#quoteref123">nicht so freundlich[en]</tei:quote> Gefühlen der
            Erwachsenen umzugehen sei. Damit einhergehend formuliert er die entscheidende – in der
            Antipädagogik nicht thematisierte – Frage bezüglich des Wohles der Kinder: <tei:quote source="#quoteref123">Womit schützt sich ein Kind dann vor der ‚echten‘ Feindschaft
            seiner Erwachsenen?</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn108" n="108"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Mutschler1986" xml:id="quoteref123">Ebd., S.
            148</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Gerade angesichts des in diesem Jahrbuch
            verhandelten Themas des Verhältnisses von Erziehung und Gewalt ist herauszustellen, dass
            die Antipädagogik von Braunmühls und von Schoenebecks nicht nur bezüglich der Ablehnung
            der Verantwortung der Erziehenden und der proklamierten <tei:quote source="#quoteref124">Freundschaft mit Kindern“,</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn109" n="109"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Schoenebeck1982" xml:id="quoteref124">Schoenbeck
            1982</tei:ref>.</tei:p></tei:note> sondern auch in ihrer explizierten Haltung
            gegenüber der kindlichen Sexualität, deutlich macht, dass Kinder hier nicht als
            potentielle Opfer, sondern sogar als mögliche Partner:innen gesehen werden. Meike Baader
            zeigt auf, dass der Titel des Heftes <tei:title level="s">„betrifft:
            erziehung“</tei:title> aus dem Jahre 1973 <tei:emph>„Verbrechen ohne Opfer“</tei:emph>
            das Motto für einen <tei:quote source="#quoteref125">Pro-Pädophilie-Diskurs</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn110" n="110"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Baader2017" xml:id="quoteref125">Baader
            2017, S. 69</tei:ref>.</tei:p></tei:note> geliefert habe. Dabei verweist sie darauf,
            dass auch von Braunmühl, der Mitglied in der Deutsche[n] Studien- und Arbeitsgemeinschaft
            Pädophilie war, in seinem Buch Antipädagogik<tei:note xml:id="ftn111" n="111"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Braunmühl1975" xml:id="quoteref126">Braunmühl 1975, S.
            258</tei:ref>.</tei:p></tei:note> positiv auf dieses Heft bezugnehme, aber zur
            <tei:quote source="#quoteref127">Ignoranz gegenüber den Opfern</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn112" n="112"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Baader2017" xml:id="quoteref127">Baader
            2017, S. 69</tei:ref>.</tei:p></tei:note> nichts sage. Und auch Schmid macht
            deutlich, dass von Schoenebeck nicht die Frage stelle, ob Sexualität zwischen Kindern und
            Erwachsenen <tei:quote source="#quoteref128">ethische Probleme
            aufwerfe</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn113" n="113"><tei:p><tei:ref target="#Schmid2011" type="bibl" xml:id="quoteref128">Schmid 2011, S. 267</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Im Gegenteil, er
            verweist darauf, dass <tei:quote source="#quoteref129">sexuelle Vertrautheit</tei:quote>
            zwischen Kindern und Erwachsenen, <tei:quote source="#quoteref129">die keinen verletzt
            oder verstrickt“,</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn114" n="114"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Braunmühl1975" xml:id="quoteref129">Braunmühl
            1975/1991, S. 183</tei:ref>.</tei:p></tei:note> für ihn kein Problem<tei:pb n="144"/> darstelle. Mit
            Friedrichs Analyse der <tei:soCalled>Indianerkommune</tei:soCalled>, deren Kernanliegen
            <tei:quote source="#quoteref130">antipädagogische Forderungen</tei:quote> waren, lässt
            sich eben dieses Gefährdungspotential der Antipädagogik herausstellen. Ähnlich einer Sekte
            sei diese als <tei:quote source="#quoteref130">Teil der Pädophiliebewegung</tei:quote> zu
            begreifen, in der von den „(<tei:quote source="#quoteref130">vermeintlichen) Bedürfnissen
            von Kindern und Jugendlichen</tei:quote> ausgegangen werde, aber der Schutz derselben
            keine Berücksichtigung fand.<tei:note xml:id="ftn115" n="115"><tei:p><tei:ref target="#Friedrichs2017" type="bibl" xml:id="quoteref130">Friedrichs 2017, S. 251</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
          </tei:p>
          <tei:p n="18">Was die Antipädagogik in der pädagogischen Diskussion für die Praktiker:innen
          attraktiv erscheinen lässt, die Abschaffung von Erziehung, die Betonung des unmittelbaren
          Gefühlserlebens der Erwachsenen und die damit einhergehende Ablehnung der Verantwortung,
          führt gleichzeitig zur Missachtung der Schutzbedürftigkeit von Kindern. Diese Problematik
          der Antipädagogik wurde zeitgenössisch nur hinsichtlich der Erziehungsverantwortung, außer
          bei Mutschler, aber nicht in Bezug auf den Schutz von Kindern gegenüber Gewalttaten von
          Erwachsenen thematisiert. Und so lässt sich insgesamt die pädagogische Diskussion der
          antipädagogischen Einwürfe in ihrer Widersprüchlichkeit mit Mutschler treffend für die
          vorliegende Perspektive zusammenfassen: <tei:quote source="#quoteref131">Die Wahrheit der
          Antipädagogik liegt in ihrer Anklage und Kritik, die Gefahr, ja die Lüge der
          Antipädagogik liegt im Versprechen von einfachen Lösungen, dort, wo es schwierige
          Widersprüche auszuhalten gilt</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn116" n="116"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Mutschler1986" xml:id="quoteref131">Mutschler 1986, S.
          148</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
          </tei:p>
        </tei:div>
        <tei:div xml:id="s5">
          <tei:head>Die Rezeption der Antipädagogik in der Zeitschrift für Pädagogik</tei:head>
          <tei:p n="19">Wurde bisher der Blick auf die Breite der sich ausführlich mit der Antipädagogik
          befassenden erziehungswissenschaftlichen Texte gelegt, so wird nun die anfängliche
          Rezeption der Antipädagogik in der Zeitschrift für Pädagogik und in den entsprechenden
          Beiheften untersucht. Die Auswahl der für die Analyse der Rezeption der Antipädagogik
          relevanten Texte aus den Jahren 1971 bis 1986 erfolgt über das Stichwort- und
          Personenverzeichnis der Zeitschrift. Das Stichwortverzeichnis ist dabei wenig ergiebig.
          <tei:emph>Antipädagogik</tei:emph> als Stichwort existiert nur in den Jahren 1981 und
          1983. Über das Personenverzeichnis wird zunächst anhand einer Liste von 19
          Personen,<tei:note xml:id="ftn117" n="117"><tei:p>Bernfeld, Braunmühl, Kupffer, Dennison, Ferrer, Freire, Goodman, Holt, Illich,
          Korczak, Liedloff, Miller, Neill, W. Reich, Reimer, Rutschky, Rühle, Schoenebeck,
          Tolstoi.</tei:p></tei:note> die im Umkreis der Antipädagogik und der
          (radikalen) Erziehungskritik von Relevanz sind, nach Texten gesucht. Für diesen
          Personenkreis können in den untersuchten 15 Jahren 176 Einträge<tei:note xml:id="ftn118" n="118"><tei:p>Dabei entspricht ein Eintrag nicht
          einem Aufsatz/Beitrag, sondern einer Nennung, da in einem Beitrag Personen mehrfach
          genannt und/oder verschiedene Personen erwähnt werden. </tei:p></tei:note>
          verzeichnet werden. Braunmühl und Schoenebeck treten in der Zeitschrift für Pädagogik in
          der untersuchten Zeit<tei:pb n="145"/> nicht als Autoren von Texten in Erscheinung. Die Auswahl der
          letztlich 17 zu analysierenden Texte<tei:note xml:id="ftn119" n="119"><tei:p>Ausgewählt wurden nach Jahren sortiert folgende Texte:
          1977 (<tei:ref target="#Schulze1977" type="bibl" xml:id="quoteref132">Schulze</tei:ref>), 1978 (<tei:ref type="bibl" target="#Blankertz1978" xml:id="quoteref133">Blankertz</tei:ref>, <tei:ref target="#Brumlik1978" type="bibl" xml:id="quoteref134">Brumlik</tei:ref>), 1979 (<tei:ref type="bibl" target="#Flitner1979" xml:id="quoteref135">W. Flitner</tei:ref>), 1980 (<tei:ref target="#Reyer1980" type="bibl" xml:id="quoteref136">Reyer</tei:ref>), 1981
          (<tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref137">Lehmann/Oelkers</tei:ref>, <tei:ref target="#Leschinsky1981" type="bibl" xml:id="quoteref138">Leschinsky</tei:ref>, <tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref139">Kemper</tei:ref>, <tei:ref type="bibl" target="#Thiersch1981" xml:id="quoteref140">Thiersch</tei:ref>, <tei:ref target="#Illich1981" type="bibl" xml:id="quoteref141">Illich</tei:ref>), 1982 (<tei:ref type="bibl" target="#Bittner1982" xml:id="quoteref142">Bittner</tei:ref>, <tei:ref target="#Schäfer1982" type="bibl" xml:id="quoteref143">Schäfer</tei:ref>),
          1983 (<tei:ref type="bibl" target="#Scheuerl1983" xml:id="quoteref144">Scheuerl</tei:ref>, <tei:ref target="#Lehmann1983" type="bibl" xml:id="quoteref145">Lehrmann</tei:ref>, <tei:ref type="bibl" target="#Holzkamp1983" xml:id="quoteref146">Holzkamp/Steppka</tei:ref>, <tei:ref target="#Hornstein1983" type="bibl" xml:id="quoteref147">Hornstein</tei:ref>) und 1985
          (<tei:ref type="bibl" target="#Winkler1985" xml:id="quoteref148">Winkler</tei:ref>).</tei:p></tei:note> erfolgt dann über die Erwähnung der beiden
          antipädagogischen Autoren, der Antipädagogik oder der expliziten Frage nach Erziehung, wie
          in Wilhelm Flitners Aufsatz <tei:title level="a">Ist Erziehung sittlich
          erlaubt?</tei:title>.<tei:note xml:id="ftn120" n="120"><tei:p><tei:ref target="#Flitner1979" type="bibl" xml:id="quoteref149">Flitner
          1979</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Sind die für die Analyse ausgewählten Texte auch
          sehr heterogen und ist die Thematisierung der Antipädagogik bis abgesehen von jenen
          Texten, welche im Kontext der bereits erwähnten Monografien stehen, also von deren Autoren
          verfasst oder Rezensionen derselben darstellen, eher nebensächlich,<tei:note xml:id="ftn121" n="121"><tei:p>Ähnlich kann Vogel
          nachweisen, dass die mit den <tei:quote source="#quoteref150">‘pädagogischen‘ 1968ern verbundenen Begriffe</tei:quote> wie
            <tei:quote source="#quoteref150">‘anti-autoritär‘</tei:quote> oder <tei:quote source="#quoteref150">‘Kinderladen‘</tei:quote> keinen nennenswerten Eingang in den
          erziehungswissenschaftlichen Diskurs, wie er sich in ihren Fachzeitschriften bis
          1971 widerspiegelt, gefunden haben (<tei:ref target="#Vogel2021" type="bibl" xml:id="quoteref150">Vogel 2021, S. 64</tei:ref>).</tei:p></tei:note>
          so zeigt sich, dass sich die meisten Abhandlungen mit Erziehung, ihrem Verständnis, ihren
          Aufgaben und ihren Bezügen befassen. Die Themen der Beiträge deuten bereits an, was
          Tenorth für die Zeitschrift für Pädagogik und Stisser für die erziehungswissenschaftlichen
          Lexika gezeigt hat, nämlich dass in der Disziplin – und so sei hier argumentiert –
          insbesondere in und möglicherweise auch durch die Auseinandersetzung mit der Antipädagogik
          eine Rückbesinnung auf die einheimischen Begriffe und somit auch auf den der Erziehung
          stattgefunden hat. In der Analyse der erziehungswissenschaftlichen Begrifflichkeiten und
          Argumentationen in der Auseinandersetzung mit oder der Erwähnung der Antipädagogik lassen
          sich zwei Befunde aufzeigen: (1) die der Antipädagogik fehlende gesellschaftliche
          Dimension und (2) die Notwendigkeit von Erziehung.</tei:p>
          <tei:div xml:id="s5-1">
            <tei:head>Die fehlende gesellschaftliche Dimension der Antipädagogik</tei:head>
            <tei:p n="20">Lehmann/Oelkers verorten die <tei:quote source="#quoteref151">antipädagogische
            Stimmung</tei:quote>
            <tei:note xml:id="ftn122" n="122"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref151">
              Lehmann/Oelkers 1981, S. 105</tei:ref>.</tei:p></tei:note> als Symptom für das
              Scheitern der verschiedenen pädagogischen, bildungsreformerischen und
              gesamtgesellschaftlichen Anliegen und sehen sie im Kontext <tei:quote source="#quoteref152">radikale[r] Konsequenzen“ aus dem Scheitern der antiautoritären
              Erziehungsbewegung“.</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn123" n="123"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref152">Ebd., S.
              106</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die Antipädagogik halte deren Anliegen, die
              <tei:quote source="#quoteref153">Möglichkeit der Veränderung des Menschen und der
              Gesellschaft durch Erziehung“,</tei:quote>
              <tei:note xml:id="ftn124" n="124"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref153">
                Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> für eine Illusion und moralisch illegitim. Die
                Notwendigkeit der Berücksichtigung einer gesellschaftlichen Dimension wird insbesondere
                in der Bezugnahme auf den Bericht des Club of Rome deutlich.<tei:note xml:id="ftn125" n="125"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Thiersch1981" xml:id="quoteref154">Thiersch 1981</tei:ref>, <tei:ref target="#Schulze1977" type="bibl" xml:id="quoteref155">Schulze
                1977.</tei:ref></tei:p></tei:note> Schulze spricht sich in diesem Kontext für ein
                die Erziehung<tei:pb n="146"/> integrierendes Lernen aus, welches sich nicht auf das individuelle Lernen
                beschränke, sondern gesellschaftliches und gemeinschaftliches Lernen und somit
                gemeinsames Weiterdenken ermögliche.<tei:note xml:id="ftn126" n="126"><tei:p><tei:ref target="#Schulze1977" type="bibl" xml:id="quoteref156">Schulze 1977, S. 61-62</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
                Das Fehlen eines <tei:quote source="#quoteref157">gesellschaftlichen
                Anspruchs</tei:quote>
                <tei:note xml:id="ftn127" n="127"><tei:p><tei:ref target="#Thiersch1981" type="bibl" xml:id="quoteref157">Thiersch
                1981, S. 28</tei:ref>.</tei:p></tei:note> in der Antipädagogik beklagen viele
                Autor:innen. Leschinsky formuliert, dass eine <tei:quote source="#quoteref158">kulturkritische[] Perspektive[]</tei:quote>
                <tei:note xml:id="ftn128" n="128"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Leschinsky1981" xml:id="quoteref158">
                  Leschinsky 1981, S. 520</tei:ref>.</tei:p></tei:note> ausgeblendet werde.<tei:note xml:id="ftn129" n="129"><tei:p>Ähnlich verweist
                  Reyer auf die mangelnde, aber mögliche historische Begründung der Antipädagogik.
                  <tei:ref target="#Reyer1980" type="bibl" xml:id="quoteref159">Reyer 1980, S. 55</tei:ref>. Ebenso kritisiert Lehmann in der Rezeption Winklers den
                  fehlenden Zusammenhang zwischen „Politik und Pädagogik“ (<tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1983" xml:id="quoteref160">1983, S. 314</tei:ref>). Und
                  Schäfer verweist auf die Notwendigkeit die historisch-gesellschaftliche Situation
                  zu berücksichtigen (<tei:ref target="#Schäfer1982" type="bibl" xml:id="quoteref161">1982, S. 789 u. 795</tei:ref>).</tei:p></tei:note> Die
                  Pädagogik der Glockseeschule kritisierend formuliert Kemper, dass diese <tei:quote source="#quoteref162">nicht anders als antipädagogische Konzeptionen, von den
                  historisch-konkreten Lebensbedingungen der Kinder ebenso wie von den
                  politisch-sozialen Funktionen institutioneller Erziehung und Ausbildung</tei:quote>
                  <tei:note xml:id="ftn130" n="130"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref162">Kemper
                  1981, S. 547</tei:ref>.</tei:p></tei:note> abhebe. Insbesondere die Thematisierung
                  des Verlusts der gesellschaftsverändernden Möglichkeit von Erziehung angesichts der
                  (bildungs-)politischen Veränderungen sowie die Verteidigung ihrer anhaltenden Bedeutung
                  zeichnet die Argumentation der analysierten Texte aus.<tei:note xml:id="ftn131" n="131"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Schulze1977" xml:id="quoteref163">Schulze 1977, S. 57</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Thiersch1981" xml:id="quoteref164">Thiersch
                  1981, S. 28</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Und so bestätigt sich, was Tenorth
                  bereits in seiner Analyse der ZfPäd ausführte: Ihre Autor:innen betonen, dass
                  <tei:quote source="#quoteref165">Erziehungsfragen sich erst im historisch-sozialen
                  Kontext sinnvoll formulieren</tei:quote>
                  <tei:note xml:id="ftn132" n="132"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Tenorth1986" xml:id="quoteref165">Tenorth
                  1986, S. 52</tei:ref>.</tei:p></tei:note> lassen und halten somit an der
                  <tei:quote source="#quoteref166">Komplexität des pädagogischen Problems in seiner
                  historischen Praxis</tei:quote>
                  <tei:note xml:id="ftn133" n="133"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Tenorth1986" xml:id="quoteref166">Ebd., S.
                  53</tei:ref>.</tei:p></tei:note> fest.</tei:p>
                </tei:div>
          <tei:div xml:id="s5-2">
                  <tei:head>Die Notwendigkeit von Erziehung</tei:head>
                  <tei:p n="21">Wie die Antipädagogik und ihre Rezeption in der pädagogischen Diskussion als
                  Symptome für eine Verunsicherung der Erziehungswissenschaft herausgestellt wurden, wird
                  auch in der ZfPäd die mangelnde öffentliche<tei:note xml:id="ftn134" n="134"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Scheuerl1983" xml:id="quoteref167">Scheuerl 1983, S.
                  313</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Relevanz der Erziehungswissenschaft, insbesondere
                  für pädagogische Praktiker:innen<tei:note xml:id="ftn135" n="135"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Winkler1985" xml:id="quoteref168">Winkler 1985, S. 65</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
                  bedauert. Die Antipädagogik bietet für Winkler den Anlass,<tei:note xml:id="ftn136" n="136"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Winkler1985" xml:id="quoteref169">Ebd., S.
                  </tei:ref>72.</tei:p></tei:note> den Verlust der geisteswissenschaftlichen Tradition
                  und der aus seiner Sicht traditionellen Pädagogik zu konstatieren und die Gültigkeit und
                  Aktualität ihrer Argumente aufzuzeigen. Den Verlust der einheimischen Ideen beklagen
                  auch Lehmann/Oelkers, die die Antipädagogik als <tei:quote source="#quoteref170">polemische[n] Reflex auf die Zusammenhanglosigkeit moderner Erziehungswissenschaften,
                  die ihre Idee selbst nicht mehr in der Idee der Erziehung suchen“,</tei:quote><tei:pb n="147"/>
                  sehen.<tei:note xml:id="ftn137" n="137"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref170">
                  Lehmann/Oelkers 1981, S. 106</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die bereits von Tenorth
                  in seiner Analyse diagnostizierte Rückbesinnung auf die Relevanz der eigenen
                  pädagogischen Begrifflichkeiten ist in der Rezeption der Antipädagogik deutlich in Bezug
                  auf den Erziehungsbegriff zu verzeichnen.<tei:note xml:id="ftn138" n="138"><tei:p>Ebenso bei <tei:ref target="#Blankertz1978" type="bibl" xml:id="quoteref171">Blankertz 1978</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Flitner1979" xml:id="quoteref172">Flitner 1979</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Lehmann1981" xml:id="quoteref173">
                      Lehmann/Oelkers 1981</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref174">Kemper 1981</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Schäfer1982" xml:id="quoteref175">Schäfer 1982</tei:ref>; <tei:ref type="bibl" target="#Bittner1982" xml:id="quoteref176">Bittner 1982</tei:ref>; <tei:ref target="#Hornstein1983" type="bibl" xml:id="quoteref177">Hornstein
                  1983</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Lehmann/Oelkers bestimmen sogleich
                  grundsätzlich, dass wie man nicht nicht handeln könne, man <tei:quote source="#quoteref178">praktisch auch nicht nicht erziehen [könne], sofern ,erziehen'
                    eine bestimmte Art Handeln</tei:quote> meine.<tei:note xml:id="ftn139" n="139"><tei:p><tei:ref target="#Lehmann1981" type="bibl" xml:id="quoteref178">Lehmann/Oelkers 1981, S.
                  123</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Hinsichtlich der Frage nach der Relevanz von
                  Erziehung verweist Wilhelm Flitner nicht auf die Antipädagogik, sondern auf das Forum
                  <tei:emph>Mut zur Erziehung</tei:emph>
                  <tei:note xml:id="ftn140" n="140"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Flitner1979" xml:id="quoteref179">Flitner
                  1979, S. 499; ähnlich auch bei Winkler 1985, S. 72f.; Brumlik 1978, S.
                  103</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und berichtet, radikale Erziehungs- und
                  Schulkritik verbindend, dass es in der <tei:quote source="#quoteref180">jüngsten
                  Pädagogik […] radikale Angriffe auf die Erziehung als solche</tei:quote>
                  <tei:note xml:id="ftn141" n="141"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Flitner1979" xml:id="quoteref180">Flitner
                  1979, S. 499</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und die Schule als <tei:quote source="#quoteref181">Zwangsanstalt</tei:quote>
                  <tei:note xml:id="ftn142" n="142"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Flitner1979" xml:id="quoteref181">
                    Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> gebe. In Kant´scher Tradition argumentiert er
                    demgegenüber, dass das Kind der Erziehung bedürfe, um kultiviert zu werden und dies die
                    Disziplinierung voraussetze. Erziehung sei also sittlich geboten, entscheidend sei nur
                    die Methode, und diesbezüglich bescheinigt er der reformpädagogischen Praxis viele
                    gelungene Ansätze. Kemper schließt in seiner Analyse der Glockseeschule mit explizitem
                    Bezug zur Antipädagogik an diese Argumentation Flitners an. An der Glockseeschule, die
                    nicht in antipädagogischer, sondern in antiautoritärer Tradition steht,<tei:note xml:id="ftn143" n="143"><tei:p>Negt 2008, S.
                    91.</tei:p></tei:note> würden
                    die Kinder sich <tei:quote source="#quoteref182">zwar ,gemütlich einrichten‘, seien aber
                    z.B. nur mit Mühe zum Aufräumen ihrer Unterrichtsgegenstände zu
                    bewegen</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn144" n="144"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref182">Kemper 1981, S. 547</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
                    Die <tei:quote source="#quoteref183">Glocksee-‚Pädagogik‘“,</tei:quote>
                    <tei:note xml:id="ftn145" n="145"><tei:p><tei:ref target="#Kemper1981" type="bibl" xml:id="quoteref183">
                      Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> die hier als Pädagogik nur in Anführungszeichen
                      auftaucht, begreife die <tei:quote source="#quoteref184">Erziehungsaufgabe der
                      Erwachsenen nur als Negation ihres Herrschaftsanspruchs</tei:quote>
                      <tei:note xml:id="ftn146" n="146"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref184">
                        Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> und verkenne dabei, so fügt Kemper in
                        Bindestrichen ein, <tei:quote source="#quoteref185">ähnlich wie die sog.
                        ,Antipädagogik‘</tei:quote>, die <tei:quote source="#quoteref185">dialektische
                        Problemstruktur des Generationenverhältnisses</tei:quote>, die darin liege - und hier
                        taucht erneut das Disziplinierungsargument auf – <tei:quote source="#quoteref185">Kinder
                        zu situationsübergreifenden Versagungsleistungen befähigen zu müssen, um sie
                        situativen Handlungsbedingungen und -zwängen in der sozialen Realität nicht
                        widerstandslos auszuliefern (Braunmühl 1976, Kupffer 1974)</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn147" n="147"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Kemper1981" xml:id="quoteref185">
                        Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> Mit Bezug auf Braunmühl und Kupffer verdeutlicht
                        Kemper, dass die Glockseeschule mit ihrem pädagogischen Konzept die Kinder überfordere.
                        In der Analyse der ZfPäd wird deutlich – und hier ist der Perspektive Winklers
                        zuzustimmen –, dass die <tei:quote source="#quoteref186">bisherige Kritik an der
                        Antipädagogik, die<tei:pb n="148"/> eigene miteingeschlossen</tei:quote> diese <tei:quote source="#quoteref186">benutzt [habe,] um sich über Erziehung wieder zu
                        vergewissern</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn148" n="148"><tei:p><tei:ref target="#Winkler1983" type="bibl" xml:id="quoteref186">Winkler 1983, S. 537</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
                      </tei:p>
                      <tei:p n="22">Zwei Texte, die für die vorliegende Fragestellung von Relevanz sind, fallen aus
                      diesen beiden aufgezeigten Lesarten heraus, da sie, wenn auch sehr unterschiedlich, die
                      antipädagogische Perspektive grundsätzlich positiv aufgreifen: Zum einen der Text von
                      Ivan Illich, der die Infragestellung der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen ins
                      Zentrum rückt, indem er diese – ohne Bezug auf die Antipädagogik – als Grundproblem in
                      der Frage nach Erziehung bezeichnet<tei:note xml:id="ftn149" n="149"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Illich1981" xml:id="quoteref187">Illich 1981, S. 44</tei:ref>.</tei:p></tei:note> und
                      sich für ein <tei:quote source="#quoteref188">un-erzogenes Aufwachsen</tei:quote><tei:note xml:id="ftn150" n="150"><tei:p><tei:ref target="#Illich1981" type="bibl" xml:id="quoteref188">Ebd., S.
                      41</tei:ref>.</tei:p></tei:note> ausspricht, dabei aber im Gegensatz zu den hier
                      diskutierten Antipädagogen die historischen Bedingungen stark berücksichtigt. Ähnlich
                      abweichend ist zum anderen der Text von Holzkamp/Steppka, die als einzige Autorinnen im
                      untersuchten Korpus die historische Dimension um die Kritik am Patriarchat erweitern und
                      damit die Einordnung der Antipädagogik neu justieren. So wehren sie sich in ihrem
                      Beitrag <tei:quote source="#quoteref189">gegen die Zumutung“,</tei:quote>
                      <tei:note xml:id="ftn151" n="151"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Holzkamp1983" xml:id="quoteref189">
                        Holzkamp/Steppka 1983, S. 379</tei:ref>.</tei:p></tei:note> ihr Leben mit Kindern
                        von <tei:quote source="#quoteref190">patriarchalen Erziehungs- und <tei:emph>Antipädagogik</tei:emph>konzepten</tei:quote>
                        <tei:note xml:id="ftn152" n="152"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Holzkamp1983" xml:id="quoteref190">Ebd., S.
                        372</tei:ref>.</tei:p></tei:note> bestimmen zu lassen. Der Antipädagogik als
                        <tei:quote source="#quoteref191">ein Erkenntnisinstrument für Pädagogen, die eigene
                        (schwarze) pädagogische Vergangenheit aufzuarbeiten“,</tei:quote>
                        <tei:note xml:id="ftn153" n="153"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Holzkamp1983" xml:id="quoteref191">Ebd., S.
                        379</tei:ref>.</tei:p></tei:note> stellen sie als Mütter ihre <tei:quote source="#quoteref192">‚gelebte‘ Antipädagogik</tei:quote>
                        <tei:note xml:id="ftn154" n="154"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Holzkamp1983" xml:id="quoteref192">
                          Ebd.</tei:ref></tei:p></tei:note> gegenüber, die darin bestünde, sich gegen die
                      meiste Pädagogik und die zerstörerischen Umweltbedingungen zu wehren.</tei:p>
                      <tei:p n="23">Zeigt sich in den sich mehr oder weniger umfänglich auf die Antipädagogik
                        beziehenden Texten in der <tei:title level="s">ZfPäd</tei:title> aus den Jahren 1975-1985 bis auf jene zwei Ausnahmen
                      eine relativ eindeutige Ablehnung der antipädagogischen Forderung nach der Abschaffung
                      von Erziehung, und dass die Notwendigkeit derselben insbesondere in ihrer historischen
                      und gesellschaftsverändernden Funktion begründet wird, so gilt es abschließend, die
                      Leerstellen der pädagogischen Diskussion zu erfassen.</tei:p>
                    </tei:div>
                  </tei:div>
      <tei:div xml:id="s6">
                    <tei:head>Fazit: Antipädagogik als Krisensymptom und Leerstellen der antipädagogischen
                    Rezeption </tei:head>
                    <tei:p n="24">Die Antipädagogik sowie ihre in die gesellschaftlichen und disziplinären
                    Entwicklungen eingebettete erziehungswissenschaftliche Rezeption kann als Symptom einer
                    Verunsicherung oder Krise der Erziehungswissenschaft begriffen werden, sowohl in der
                    öffentlichen Wahrnehmung als auch in ihrem Selbstverständnis.<tei:pb n="149"/> Zeigt sich in der Rezeption
                    in der <tei:title level="s">ZfPäd</tei:title>, dass die Antipädagogik hier gerade für den
                    Mangel an Berücksichtigung der historischen und gesellschaftlichen Bedingungen bezüglich
                    der Infragestellung von Erziehung und Pädagogik kritisiert wird, so wird gleichzeitig
                    deutlich, dass dem zuvor im disziplinären Diskurs aufgezeigten Rückzug vom
                    Erziehungsbegriff, für den die antipädagogische Forderung der Abschaffung von Erziehung
                    symptomatisch ist, in der erziehungswissenschaftlichen Rezeption zumindest in Teilen entgegengewirkt und der Erziehungsbegriff als
                    einheimischer Begriff verteidigt wird. Die vorliegende Analyse kann also
                    begriffsgeschichtlich zeigen, dass in der antipädagogischen Rezeption die Verhandlung von
                    Erziehung einerseits die von Stisser und Tenorth aufgezeigte abnehmende Relevanz und eine
                    Krise der Legitimität von Erziehung zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig wird
                    disziplingeschichtlich deutlich, dass die Krise der Erziehungswissenschaft durch die
                    Rückbesinnung auf den einheimischen Begriff der Erziehung zu bearbeiten versucht und somit
                    die von den Antipädagogen geforderte Abschaffung von Erziehung wird von den
                    Erziehungswissenschaftler:innen abgelehnt wird.</tei:p>
                    <tei:p n="25">In der antipädagogischen Rezeption zeigt sich zudem anhand der bereits aufgezeigten
                    Leerstelle eine Ambivalenz pädagogischen Denkens und Handelns. Aus der Analyse ergeben
                    sich verschiedene Annahmen dafür, dass die in der Antipädagogik ignorierte oder zumindest
                    vernachlässigte Schutzbedürftigkeit von Kindern vor dem Handeln auch nicht-erziehender
                    Erwachsener in der Rezeption derselben kaum gesehen wird. (1) Zunächst ist in der
                    Auseinandersetzung mit der Antipädagogik häufig festzustellen, dass diese als bloße
                    Projektionsfolie verwendet wird, um – wie Winkler formuliert – <tei:quote source="#quoteref193">sich über Erziehung wieder zu vergewissern</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn155" n="155"><tei:p><tei:ref target="#Winkler1983" type="bibl" xml:id="quoteref193">Winkler 1983, S.
                    537</tei:ref>.</tei:p></tei:note> Die <tei:quote source="#quoteref130">etablierten
                    Erziehungswissenschaftler</tei:quote> so Gruschka, stünden <tei:quote source="#quoteref194">fast geschlossen gegen sie in einer
                    Ablehnungsfront</tei:quote>.<tei:note xml:id="ftn156" n="156"><tei:p><tei:ref target="#Gruschka1988" type="bibl" xml:id="quoteref194">Gruschka 1988, S. 331</tei:ref>.</tei:p></tei:note>
                    (2) Des Weiteren werden die von der Antipädagogik aufgeworfenen theoretischen Probleme –
                    wie z.B. die Infragestellung der Erziehungsbedürftigkeit – nicht gesehen<tei:note xml:id="ftn157" n="157"><tei:p><tei:ref target="#Oelkers1998" type="bibl" xml:id="quoteref195">Oelkers 1998, S.
                    228</tei:ref>.</tei:p></tei:note> oder nicht ernst genommen bzw. für nicht relevant
                    erachtet.<tei:note xml:id="ftn158" n="158"><tei:p><tei:ref target="#Gruschka1988" type="bibl" xml:id="quoteref196">
                    Gruschka 1988, S. 337</tei:ref>.</tei:p></tei:note> (3) Zudem wird den als
                    theoretisch identifizierten Problemen, wie etwa der Romantisierung von Kindheit, zwar die
                    Relevanz der historischen Bezüge gegenübergestellt, jedoch nicht die damit einhergehenden
                    Schwierigkeiten, wie etwa das Ausblenden von Machtverhältnissen, thematisiert. (4) Auch
                    wird die Nicht-Erziehung für Kinder problematisiert. Allerdings werden hier die
                    Vernachlässigung der Kinder, z.B. im Vergleich mit Kaspar Hauser,<tei:note xml:id="ftn159" n="159"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Scheuerl1983" xml:id="quoteref197">Scheuerl 1983, S.
                    313</tei:ref>.</tei:p></tei:note> die sich beim fehlenden<tei:pb n="150"/> Lernen für Kinder
                    ergebenden Schwierigkeiten<tei:note xml:id="ftn160" n="160"><tei:p>Vgl. <tei:ref target="#Flitner1982" type="bibl" xml:id="quoteref198">Flitner 1982, S. 48</tei:ref>; <tei:ref target="#Oelkers1983" type="bibl" xml:id="quoteref199">Oelkers/Lehmann 1983, S.
                    75</tei:ref>.</tei:p></tei:note> oder der Konsum von Alkohol<tei:note xml:id="ftn161" n="161"><tei:p>Vgl. <tei:ref type="bibl" target="#Flitner1982" xml:id="quoteref200">Flitner 1982,
                    S. 48</tei:ref>.</tei:p></tei:note> thematisiert, nicht aber die Möglichkeit, dass
                    die Erwachsenen selbst zur Gefahr für die Kinder werden können. (5) Die von Gruschka
                    betonte <tei:quote source="#quoteref201">Parteinahme</tei:quote> der Antipädagogen für
                    <tei:quote source="#quoteref201">die Kinder und Jugendlichen als Opfer von Erziehung“ </tei:quote>
                    <tei:note xml:id="ftn162" n="162"><tei:p><tei:ref target="#Gruschka1988" type="bibl" xml:id="quoteref201">Gruschka
                    1988, S. 307</tei:ref>.</tei:p></tei:note> verkehrt sich in ihr Gegenteil, denn sie
                    führt dazu, dass Kinder als Opfer von nicht-erziehenden Erwachsenen nicht thematisierbar
                    sind. Zu vertiefen wäre dies bezüglich des von Baader beschriebenen <tei:quote source="#quoteref202">spezifische[n] Diskursraum[s]</tei:quote> der 1970er Jahre, in
                    dem die <tei:quote source="#quoteref202">Grenze zwischen kindlicher und erwachsener
                    Sexualität nicht primär im Fokus der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und
                    Thematisierung</tei:quote>
                    <tei:note xml:id="ftn163" n="163"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Baader2017" xml:id="quoteref202">Baader
                    2017, S. 56</tei:ref>.</tei:p></tei:note> stand. Wie auch die Antipädagogik war
                    dieser Diskursraum durch den zeitgenössischen internationalen Kindheitsdiskurs geprägt,
                    der die <tei:quote source="#quoteref203">‚generationale Ordnung‘, die auf einer
                    eindeutigen Trennung zwischen Kindheitsstatus und Erwachsenenstatus
                    basiert“,</tei:quote>
                    <tei:note xml:id="ftn164" n="164"><tei:p><tei:ref type="bibl" target="#Baader2017" xml:id="quoteref203">Ebd., S.
                    72</tei:ref>.</tei:p></tei:note> kritisch befragte.</tei:p>
                    <tei:p n="26">Es bleibt zu resümieren, dass in der Rezeption der Antipädagogik, die als Symptom
                    einer Krise des Erziehungsbegriffs und damit verbunden der Erziehungswissenschaft in den
                    1970er und 1980er Jahren verstanden werden kann, bezüglich der von ihr als gewaltvoll
                    proklamierten und abzuschaffenden Erziehung eine Leerstelle hinsichtlich des kaum
                    thematisierten und möglicherweise angesichts der zeitgenössischen Kindheitsdiskurse auch
                    schwierig zu thematisierenden Schutzes von Kindern vor den Handlungen auch
                    nicht-erziehender Erwachsener sichtbar wird. </tei:p>
                  </tei:div>
                </tei:body>
                <tei:back>
                  <tei:div xml:id="div-bibl" type="bibliography">
                    <tei:listBibl>
                    <tei:head>Quellen- und Literaturverzeichnis</tei:head>
                    <tei:desc>Bibliographie online verfügbar auf
                      <tei:ptr target="https://www.zotero.org/groups/4596542/collections/C98447UR"/>.
                    </tei:desc>
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                      Kontinuitäten und Diskontinuitäten einer kulturellen Revolte. Frankfurt a.M. S.
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                      <tei:bibl xml:id="Klemm2003" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/ZYVF8ECU">Klemm, Ulrich (2003): Zur Relevanz und Rezeption antiautoritärer
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                      <tei:bibl xml:id="Linke2003" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/NILKEZAP">Linke, Angelika (2003): Begriffsgeschichte - Diskursgeschichte -
                      Sprachgebrauchsgeschichte. In: Dutt, Carsten (Hg.): Herausforderungen der
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                      <tei:bibl xml:id="Mattes2020" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/EEEDLY9B">Mattes, Monika (2020): „Mut zur Erziehung“, „humane Schule“ und
                      Konservativismus. Neue pädagogische Wertesemantiken in den Schuldebatten der 1970er
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                      <tei:bibl xml:id="Mutschler1986" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/UCX347YR">Mutschler, Dieter (1986): Erziehung – nein danke! Ein kritischer Rückblick auf
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                      Stellungskämpfe nach 1945. In:Fatke, Reinhard/Oelkers, Jürgen (Hg.): Das
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                      Erziehungswissenschaft in der ‚Zeitschrift für Pädagogik“. In: Fatke, Reinhard (Hg.):
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                      <tei:bibl xml:id="Tenorth2006" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/CRCXSQTY">Tenorth, Heinz-Elmar (2006): Erziehungswissenschaft in Deutschland – Skizze
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                      <tei:bibl xml:id="Tenorth2018" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/UC3VUNCK">Tenorth, Heinz-Elmar (2018): Rückblick auf ein pädagogisiertes Jahrhundert.
                      Emphase und Ernüchterung, Befreiung und Unterdrückung. In: Zeitschrift für Pädagogik 64
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                      <tei:bibl xml:id="Vogel2021" corresp="http://zotero.org/groups/4596542/items/TETEYHFJ">Vogel, Katharina (2021): Hatte das Jahr 1968 Folgen für die Semantik der
                      Erziehungswissenschaft? Möglichkeiten und Grenzen von ‚distant reading‘ in der
                      empirischen Wissenschaftsforschung. In: Erdmann, Daniel/Vogel, Katharina (Hg.):
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